Blog Post

Das Ende vom Shareholder Value

  • von Guido Zimmermann
  • 19 Aug., 2019

Nach gut 23 Jahren steht das sogenannte Shareholder Value vor dem Aus. Informationen des Bloomberg Nachrichtenportals zufolge, haben sich 181 CEOs in den USA gegen einen weiteren Fokus auf das sogenannte Shareholder Value ausgesprochen. Und das ist die gute Nachricht, denn was immer im Zeitalter des sogenannten Shareholder Value praktiziert wurde, war nichts anderes als die Legitimation des modernen Arbeitsplatzabbaus und des Raubrittertums. Kostenstellen, wie Rezeptionen, Empfangsdamen, Personalabteilungen, Buchhaltungen, etc. wurden in den letzten 23 Jahren abgebaut oder ausgelagert. Nur noch Profitzentren waren gewünscht. Und das ganze nur, um die Gewinne der Unternehmen zu maximieren, angetrieben von Managern, die offenkundig nicht imstande waren, Gewinne durch Wachstum zu generieren. Ein Armutszeugnis einer ganzen Managergeneration. Firmengebäude wurden verkauft und oftmals überteuert zurückgemietet, Staaten wurden regelrecht erpresst. Man zahle die üblichen Steuersätze nicht mehr, man erhalte schließlich Arbeitsplätze. Zudem sind wir mit stetig steigenden Dividenden konfrontiert und das auch bei Firmen die Verluste schreiben. RWE und EON sind hier wohl das beste Beispiel. Alles nur, um die geschätzten Investoren nicht zu verärgern, oder gar zu verlieren. Langfristiges handeln war außer Kraft gesetzt. Alles was zählte, waren kurzfristige Gewinne, wie auch immer diese erzielt wurden. Und nun, wo seit gut 4 Jahren das Gewinnwachstum vieler Unternehmen stagniert oder gar rückläufig ist und nur das EPS (Gewinn/Aktie) künstlich durch die Aktienrückkaufprogramme steigt, kommt man offenkundig wieder zur Vernunft. Immerhin legte der SNP 500 alleine durch Aktienrückkauf Programme seit 2009, über 30% zu.
Damit dürfte aber auch die Ära der extrem schnellen Aktienkurszuwächse zu Ende gehen. Das Gute daran, Unternehmen werden zukünftig weniger anfällig für Erpressungsversuche durch Hedgefonds zum Beispiel sein. Carl Icahn ist einer dieser Heuschrecken, die selbst vor Unternehmen wie Apple nicht halt machten und nach ihrem Einstieg, die Geschäftsführung unverblümt aufforderten, mittels Aktienrückkäufen, die Kurse nach oben zu treiben. Folgten Unternehmen nicht, drohte man ganz offen mit dem Abzug des gesamten investierten Kapitals, was Kurskorrekturen zur Folge gehabt hätte und möglicherweise weitere Investoren zu Verkäufen verleitet hätte. Die Unternehmensführung lenkte ein und die Kurse stiegen. Ohnehin verwunderlich, dass es hier nie zu Anklagen wegen Kursmanipulation kam, wo doch sonst alles auf die Goldwaage gelegt wird.
Wie auch immer, alles geht irgendwann zu Ende, auch die Macht der Investoren und das ist gut.

von Guido Zimmermann 4. Juli 2022
Das erste Halbjahr in 2022 ist Geschichte. Und es ist alles andere als ein gutes Halbjahr geworden. In der Tat verzeichnen die weltweiten Börsen deutliche Korrekturen und markierten den schlechtesten Verlauf eines Halbjahres seit 1962! Alleine der S&P500 vernichtete seit Anfang des Jahres 8,2 Billionen US Dollar.
von Guido Zimmermann 15. Juni 2022
US Notenbank FED erhöht erstmals seit 28 Jahren den Leitzins um 75 Basispunkte (0,75%) um der immer schneller ansteigenden Preise infolge der Inflation Herr zu werden. Schweizer Notenbank SNB könnte bereits morgen ebenfalls ihre Zinsen anheben, dies vermeldete heute jedenfalls ein Goldman Sachs Analyst.
von Guido Zimmermann 12. Mai 2022
Aktien könnten kurzfristig deutlich ansteigen, das zeigt zumindest das CNN US Sentiment der im Markt befindlichen Anleger auf. Dieses notiert per heute bei 6 und ist somit fast komplett überverkauft. Zudem ist dies der tiefste Wert seit Mitte März 2020, also nach dem Corona Crash der weltweiten Börsen. Zuvor hatte es Mitte Februar 2020 bei 97 notiert, was extrem überkauft war.
von Guido Zimmermann 6. Mai 2022
Der größte Zinsschritt seit 22 Jahren - die größte Aktienrally seit 44 Jahren! Aber ist das nun der Befreiungsschlag und alle Sorgen wieder Schnee von gestern? Wohl eher nicht. Historisch betrachtet folgt auf diese Megarally die Ernüchterung und die Kurse werden schon bald neue Tiefs verzeichnen!
von Guido Zimmermann 2. Mai 2022
Die vielen Probleme in der Welt lassen die Aktienmärkte nicht mehr länger unbeeindruckt. Der bekannte S&P500 US Aktienindex verzeichnet den schlechtesten Start in den ersten 4 Monaten eines Jahres seit 1939. Was aber darf man in den nächsten Wochen erwarten?
von Guido Zimmermann 21. Februar 2022
Dax und Nasdaq100 mit Verkaufsignalen. Kurskorrekturen von 30% sind durchaus denkbar. Kein Wunder, fliegen die Inflationszahlen, wie der Erzeugerpreisindex z.B., der heute mit +25% für den Januar 2022 im Vergleich zum Januar 2021 herauskam. Zusätzlich belastet die Ukraine Krise die Märkte extrem.
von Guido Zimmermann 8. Februar 2022
Facebook verliert an nur einem Tag 220 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung. Der schlimmste Absturz seit dem IPO im Jahre 2013.
von Guido Zimmermann 25. Januar 2022
Die Erzeugerpreise in Deutschland steigen im Dezember um 24,2% im direkten Monatsvergleich. Ein absoluter Wahnsinn. Haben die Notenbanken die Kontrolle bereits verloren? Diese und viele andere Fragen, wie z.B. wie viele Zinsanhebungen gibt es denn nun wirklich in 2022 verunsichert die Märkte ebenso, wie die ausstehende Notenbanksitzung der FED.
von Guido Zimmermann 12. Januar 2022
Viele Investoren suchen gerade jetzt noch schnell eine Immobilie oder Immobilienbeteiligung, obwohl oder vielleicht auch gerade weil, die Preise immer weiter klettern. Da die Preise mittlerweile aber sehr hoch sind, entscheiden sich viele für alternative Anlagen: Immobilienfonds.
von Guido Zimmermann 7. November 2021
Der teuerste Markt aller Zeiten. Und mehr als doppelt so teuer, wie das US GDP. Zusätzlich ist jetzt auch noch der Greed & Fear Indikator, das Sentiment der im Markt befindlichen Investoren, auf 85 geschnellt. Das bedeutet, der Markt ist bereits deutlich überkauft. Dennoch gehe ich davon aus, die Jahresendrally läuft weiter und die anstehende Korrektur erfolgt erst ab Mitte Janaur. Warum, lesen Sie selbst.
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